Was wäre wenn…
(vom Nachwuchsautor Geli Ries)

Jesus ein Mädchen geworden wäre.

Die Männer Welt wäre zusammen gebrochen.

Im Krankenhaus wenn die Hebamme dem neuen Vater seinen Nachwuchs mit strahlendem Lächeln entgegenhält und ihm entgegen strahlt: „Es ist ein Mädchen.“ Schaut der Betroffenen erst einmal an sich hinunter, und fragt sich:

Ist etwas nicht in Ordnung mit mir? Warum konnte ich keinen Jungen zeugen?

Josef wäre wahrscheinlich in Ohnmacht gefallen. Wüßte er doch die kommenden Gaben wären wesentlich kleiner ausgefallen. Es soll ein König gekrönt werden und keine neue Köchin. Wären die Gabengeber, die heiligen drei Könige, überhaupt gekommen? Hätte es einen Stern am Himmel gegeben?

Josef musste sowieso sehr sauer gewesen sein, hat er sich doch ein sinnliches Erlebnis ergaunern lassen.

Maria wundert sich sicherlich noch heute über diese seltsame Befruchtung.

Ich meine die Sache mit der Rippe ist ja schon schief gegangen. Was gibt es stets für eine Theater die Frau stamme ja nur von der männlichen Rippe ab. Ist doch prima, denke ich, doch warum meckern die Männer ständig?

Sind immer unzufrieden über die fordernde, liebliche, reinliche, betörende, liebreizende, zierliche Weiblichkeit.

Es lag doch in der männlichen Macht alles richtig zu machen. Schaute auch da Adam an seine Rippe und fragte sich, was ist mit mir nicht in Ordnung?

Wäre nun Jesus ein Mädchen geworden, hätten Päpste ganz normal lieben dürfen. Sie hätte eine innige Verbundenheit mit dem weiblichen Jesus. Also eine ganz normale Ehe.

Jesus hätte nie am Kreuze sterben müssen, denn durch geschickte weibliche Intuition hätte sie den Henkern einen Strick gedreht.

Judas hätte sie niemals verraten können, sie hätte vorher durch die beste Freundin erfahren heute beim Abendmahl will Judas mich vernichten. Sie hätte ihren Widersacher vorher vergiftet.

Sie hätte auch niemals große Reden geschwungen, sondern im Verborgenen alle Männer auf ihre Seite gebracht. Typisch Mann, behauptete der Trottel Jesus doch tatsächlich lautstark Sohn Gottes zu sein.

Eine Frau ordnet sich den natürlichen Gegebenheiten unter und schlägt dann in einer sehr sensiblen Stunde zu.

Auch hätte sie ständig Kopfschmerzen und Menstruations Probleme angegeben um ihre Thesen vom Vortag wieder zu revidieren.

Eine Frau redet nicht, sie handelt. Während er noch von der ‚neuen, der Anderen’ schwärmt, weiß seine Ehefrau Bescheid. Sie sieht und fühlt die Dinge. In den Blicken ihres Ehemannes erkennt sie ihre Gegnerin. Warum werden die Bankkonten geplündert? Warum ist der Sex nicht gut? Frauen würden nie in den Krieg ziehen.

Wer könnte einen Krieg gewinnen, der schon längst verloren ist?

Die Kirche würde sich mehr für vernachlässigte Ehefrauen einsetzten und nicht ob es eine neue technische hochwertige Kirchenorgel gibt oder ein neues super around Dolby System als Mikrofonanlage.

Der Beichtstuhl wäre erwärmt und die Kirchenbänke hätten sonnige, warme Kissenbezüge.

Die Fenster wären stets gesäubert und die Sonnenstrahlen würden sich in den heiteren Gesichtern der vielen Gläubigern in der Kirche spiegeln. Die Männer wären glücklich schauten sie der netten Pfarrerin in den Ausschnitt und denken dabei an die vielen schönen Gaben Gottes. In der Kirche läge der Duft von Frauen, die Welt wäre beseelt vom Duft der Frauen.

Es gäbe mehr Romantik im Fernsehprogramm. Zur Einstimmung einer bezaubernden Nacht. Bruce Willis, Sylvester Stalone oder Schwarzenegger wären no names, wir liebten unsere Männer unsere Helden so wie sie sind. Nicht muskulös, arrogant, tötend oder völlig bekloppt, wir liebten unsere Helden, Menschen mit ihren dicken Bäuchen, wenigen Haaren, tiefen Furchen und dem wenigen Verstand. Das wären unsere Helden sowohl in unseren Träumen als auch in der Realität.

Nie diese sinnlosen Kriege führen, dieses nutzlose im Schlamm und Matsch robben. Wir wollen neue Kleidung, romantisches Picknick und glitzernden Schmuck.

Wissenschaftler erfinden keine Atombomben mehr sondern sinnlich, betörende Sexpraktiken. Wir wären für immer vereint mit dem männlichen Geschlecht. Wir würden uns ihnen hingeben. Wir würden den Männern das Paradies zeigen.

Statt dessen sitzen wir in der zugigen, kalten Kirche mit einem muffigen, gezwungenem Ehemann den man mit in die Kirche geschleppt hat um der Weihnachtsgeschichte zuzuhören. Mit unseren 40 Jahren zurechtgebrezelt, doch der schweißende Typ interessiert sich nur für das Fernsehprogramm.

Wie schön hätte es werden können, wenn es ein Jesus-Mädchen geworden wäre?

Was können wir Frauen tun damit ‚da unten’ endlich alles in Ordnung ist?

Strengt euch an, denn das mit der Rippe habt ihr ja schon ordentlich versaut.

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